Detlef Gehrdts vom Bodenbündnis Osnabrück war bei uns zu Gast

Am 17.8.16 durften wir in der Vortragsreihe des LC 33 Detlef Gerdts begrüßen, den stellvertretenden Vorsitzenden der European Land and Soil Alliance e. V. (ELSA) und Fachbereichsleiter Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück. Herr Gerdts gab uns faszinierende Einblicke in seine Arbeit für das Europäische Bodenbündnis, einem Zusammenschluss von europäischen Städten, Gemeinden und Landkreisen, der sich für einen nachhaltigen Umgang mit Böden einsetzt. Thematisiert wurden u. a. die vielfältigen Funktionen und Facetten des Themas ‚Boden':

- Boden ist Lebensraum: Er beherbergt eine Fülle von Organismen.

- Boden ist Grundlage unserer Nahrung: 90% unserer Lebensmittel entstammen Böden oder werden auf diesen produziert.

- Böden filtern und speichern unser Trinkwasser: Ist ein Boden durch Überdüngung an Nitraten übersättigt, verhindert dies die Filterfunktion des Bodens; Nitrate gelangen ins Grundwasser und folglich in unser Trinkwasser.

- Böden sind Reaktoren: In ihnen werden Nähr- und Schadstoffe gespeichert und abgebaut. Und:

- Böden sind ‚Klimaanlagen‘: Sie federn Temperaturunterschiede ab und halten unsere Städte kühl. Aus diesem Grund sei, so Gerdts, etwa die Begrünung von Dächern zu fördern.

Zu bedenken ist außerdem, dass Böden, wie Gerdts erklärt, „mehr CO2 als alle Wälder dieser Erde“ speichern, woran sich zeigt, dass Bodenschutz und Klimaschutz sehr eng miteinander zusammenhängen.

Doch besteht – geradezu in Widerspruch zur umfassenden Bedeutung der begrenzten und nicht vermehrbaren Ressource Boden – ein allgemein gering ausgeprägtes Bewusstsein für ihren Schutz. Wie Gerdts bemerkt, sei es für Medien eher unattraktiv, Probleme des Bodens zu thematisieren; möglicherweise, weil Boden kein Allgemeingut ist, sondern Besitzer hat.

Uns hat der lebendige Vortrag von Detlef Gerdts zu zahlreichen Nachfragen inspiriert und rundum begeistert!

In Anknüpfung an den Abend lässt sich betonen, dass die Ressource Boden noch immer keinen europaweiten rechtlichen Schutz genießt. Wer hier einmal genauer nachforschen möchte, sei auf die Webseite von people4soil verwiesen, ein von der Europ. Kommission als Bürgerinitiative anerkanntes Bündnis von über 300 europäischen NGOs, Forschungsgruppen, Dauerschutzverbänden und Umweltschutzgruppen. Diese Initiative macht sich dafür stark, dass die Europäische Kommission den Boden zu einem gemeinnützigen Gut erklärt.

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